Ein Gefangener der JA Hirtenberg stirbt während eines Gefangentransports, nachdem 6 Justizbeamte auf ihn in seiner Zelle einschlagen. Wir sagen: DAS IST KEIN EINZELFALL!

Was ist passiert?
Am 03.12.2025 sollte der Gefangene Michael aufgrund einer akuten Psychose von der JA Hirtenberg in die Psychatrie Baden überstellt werden. Beim Besuch am Morgen in seiner Zelle finden ihn die Beamten in einem psychotischen und paranoiden Zustand auf. Anstatt ärztliche Hilfe zu holen, legen sie ihm hinter dem Rücken Handschellen an und fixieren ihn, was seinen psychotischen Zustand drastisch verschlimmert.

Dann kommen 6 maskierte und mit Einsatzschildern ausgestattete Beamte in seine Zelle, verpassen ihm Faustschlage in den Oberkörper und bringen ihn zur Dusche, um ihn auf den Transport vorzubereiten. Dort erleidet er weitere schwere Kopfverletzungen.

Mit Schädel-Hirn-Trauma, Kehlkopfbruch sowie weiteren schwerwiegenden Verletzungen am ganzen Körper wird Michael unangeschnallt in den Gefangenentransport gesetzt.

Nachdem er dabei das Bewusstsein verliert und zwei Stunden lang vergeblich reanimiert wird, stirbt er wenige Stunden später im Krankenhaus an den Folgen der schweren Verletzungen.

Michaels Angehörigen wird mitgeteilt, dass Michael an Herzversagen verstorben sei. Erst 4 Wochen nach seinem Tod erfährt seine Familie durch die „Falter“ Recherche von den tatsachlichen Umstanden.
Mehr Infos zu den genauen Ereignissen findet ihr in der Recherche von der Wochenzeitung „der Falter“.

Kein Einzelfall!
Dieser schreckliche Vorfall ist kein Einzelfall, sondern eine extreme Zuspitzung des durch und durch gewaltvollen Gefängnissystems. Michael ist nicht der Erste, der in Österreich in Polizeigewahrsam stirbt. Marcus Omofuma wird 1999 bei einer Abschiebung, Cheibani Wague 2003 in einer psychischem Ausnahmesituation durch Polizeibeamte ermordet. 2021 starb ein Gefangener in der JV Stein unter ungeklärten Umstanden. Auch die Suizidrate in österreichischen Gefängnissen steigt seit Jahren – die Todesursache ist der Knast.

Menschen in psychischen Ausnahmesituationen und von Rassismus betroffene Menschen sind besonders oft von Polizeigewalt betroffen, die immer wieder zum Tod führt.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen von Michael sowie allen, die von Polizeigewalt betroffenen sind.